Neuorganisation der Geschäftsstelle des Schweizer Musikrats SMR

Stefano Kunz
Nina Rindlisbacher

Die Geschäftsstelle wurde per 1. September 2018 neu organisiert. Stefano Kunz, der bisherige Geschäftsführer, leitet neu den Bereich „Politische Arbeit“, während Nina Rindlisbacher, welche bereits seit einem dreiviertel Jahr für den SMR arbeitet, die Leitung der Geschäftsstelle übernommen hat. Zusammen mit der Präsidentin, Nationalrätin Rosmarie Quadranti, bilden sie neu die Geschäftsleitung des SMR.

Der SMR freut sich, dass mit dieser Neuorganisation die Kontinuität gewährleistet ist und er zugleich seine Aufgaben noch wirkungsvoller wahrnehmen kann – zur Unterstützung der Mitglieder und für die Anerkennung und Wertschätzung des schweizerischen Musikschaffens!

Hier geht es zur Medienmitteilung.

 

 

«Get Going!»: Neues Musikförderungsinstrument der Fondation SUISA

Unter dem Titel «Get Going!» vergibt die FONDATION SUISA neu vier Werkbeiträge pro Jahr in Höhe von je 25'000 Fr. an Musikschaffende. Ziel ist es, ein Förderinstrument zu etablieren, das viel Raum für kreatives Arbeiten schafft. Deshalb wird die Ausschreibung bewusst offen gehalten und auf das Definieren all zu enger Kriterien verzichtet.

Die diesjährig Bewerbungsfrist läuft noch bis am 31. August 2018. Genauere Informationen und das Bewerbungsformular finden sich auf der Webseite der FONDATION SUISA.

Vorstudie «Frauenanteil in Basler Bands»

In der Schweizer Popmusik scheint der Anteil musizierender Frauen gering zu sein. Doch statistische Erhebungen lagen bis dato noch nicht vor. Der RVF Basel, helvetiarockt (beides SMR-Mitglieder) und weitere Beteiligte wollten es genauer wissen. Das führte zur Konzeption einer Vorstudie, die die Situation in der Basler Popszene untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass tatsächlich nur 10% der Personen, die in der Region Basel Musik machen, weiblich sind. Diese Musikerinnen sind jedoch sehr aktiv, indem sie in verschiedenen Bands spielen. Weiter sind gemäss Studie Bands, in denen mindestens eine Frau spielt, erfolgreicher im Akquirieren von Fördergeldern als Bands ohne Frauen.

Die Studienanlage, die Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen können auf der Webseite des RFV heruntergeladen werden. 

Sophrologie: Gesundheitsförderung im Musikerberuf

Musikerinnen und Musiker sind hohen Anforderungen ausgesetzt. Das kann zu einer dauerhaften Stressbelastung führen.

Die beruflichen Anforderungen an die Musikschaffenden haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Musikerinnen und Musiker sind vermehrt hohem Druck und Belastungen ausgesetzt. Stress ist die häufigste Antwort des Körpers auf eine physische, mentale oder emotionale Aggression. Existenzängste, Schlafstörungen oder ein Burnout sind mögliche Folgen, mit denen Musikerinnen und Musiker heute oftmals konfrontiert sind. Um in diesem Beruf fokussiert Höchstleistungen zu erbringen, wird die physische und mentale Vorbereitung immer wichtiger. So haben beispielsweise die Münchner Philharmoniker einen mentalen Trainer angestellt und ermöglichen so eine ideale Vorbereitung in einem Beruf, der gerne mit dem Spitzensport verglichen wird.

Tinnitus und Lampenfieber sind zwei weitere Themen, welche Künstlerinnen und Künstler betreffen und eine spezifische Beratung und Behandlung erfordern. Aus diesen Gründen scheint es wichtig, sich vorbeugend mit den Ursachen von gesundheitlichen Problemen und den veränderten beruflichen Anforderungen in dieser Tätigkeit auseinander zu setzen.

Die Sophrologie ist eine individuelle Bewusstseinsschulung, welche Körper und Geist aktiviert. Die Methode wird nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern auch in der Erziehung, der Musik und im Spitzensport erfolgreich eingesetzt. Dabei stärkt die Sophrologie das Selbstvertrauen, steigert die Motivation, weckt die Kreativität, verbessert die Effizienz und dient auch der Burnout-Prävention. Die Methode weist u.a. Elemente des autogenen Trainings, der progressiven Muskelentspannung und des Raja-Yogas auf.

Weitere Informationen unter: www.sofroy.ch, www.sophrologiesuisse.ch

Irène Schweizer gewinnt den Schweizer Grand Prix Musik 2018

Irène Schweizer, eine der wichtigsten Pianistinnen des zeitgenössischen Jazz wird mit dem Gran Prix Musik 2018 ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 13. September 2018 im Rahmen des Festivals Label Suisse in Anwesenheit von Bundesrat Ignazio Cassis in Lausanne statt.

Irène Schweizer befasste sich bereits im Alter von 12 Jahren autodidaktisch mit Klavier und Schlagzeug, bevor sie Unterricht bei einem Privatlehrer nahm. 1958 wandte sie sich dem Modern Jazz zu und trat bis 1961 alljährlich mit den Modern Jazz Preachers beim Amateurfestival in Zürich auf, 1960 als Siegerin. Begegnungen mit Abdullah Ibrahim und den Blue Notes sowie mit Cecil Tayler führten sie zum Free Jazz. Sie hat in ihrer Karriere zahlreiche Solo- und Duo-Alben veröffentlicht unter anderem mit Pierre Favre und Joey Baron. Neben ihrer musikalischen Tätigkeit war sie schon früh als Feministin aktiv, was zur Zusammenarbeit mit Formationen wie der „Feminist Improvising Group“ sowie „Les Diaboliques“ führte. Sie gilt zudem in der Schweizer Jazzszene als wichtige Organisatorin und ist an der Entstehung des Taktlos Festivals und des Label Intakt wesentlich beteiligt.

1990 erhielt Schweizer den Kulturpreis der Stadt Schaffhausen und 1991 den Kunstpreis der Stadt Zürich. Die Schweizer Regisseurin Gitta Gell dokumentierte das Leben der Jazzmusikerin in einem Film. 2013 wurde sie mit dem «Nachtigall 2013», dem Sonderpreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Irène Schweizer wird zu Recht als eine der spannendsten Figuren des Jazz bezeichnet.

Der Schweizer Musikrat freut sich sehr über die Wahl und gratuliert Irène Schweizer herzlich zum Grand Prix Musik 2018.