Artikel 67a BV

Verfassungsartikel über die Musikalische Bildung

Bundesbeschluss: Volksabstimmung vom 23. September 2012

Volk und Stände haben am 23. September 2012 den Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung mit grosser Mehrheit angenommen. Der neue Verfassungsartikel hat zum Ziel, die musikalische Bildung insbesondere von Kindern und Jugendlichen zu stärken: In der Schule sollen Bund und Kantone für einen hochwertigen Musikunterricht sorgen. In der Freizeit sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich musikalisch zu betätigen. Junge Menschen mit besonderer musikalischer Begabung sollen speziell gefördert werden.

Abstimmungstext

Vorgeschichte

Ende 2008 wurde die Volksinitiative «jugend + musik» eingereicht. Die Volksinitiative verlangte, die musikalische Bildung zu stärken. Unter anderem sollte der Bund den Kantonen Vorschriften zum Musikunterricht an den Schulen machen. Der Bundesrat und das Parlament teilten im Grundsatz die Anliegen der Volksinitiative, waren aber mit dem Eingriff in die Kompetenzen der Kantone im Schulbereich nicht einverstanden. Deshalb erarbeitete das Parlament als direkten Gegenentwurf einen neuen Verfassungsartikel, über den am 23. September 2012 abgestimmt wird. Das Initiativkomitee zog schliesslich die Volksinitiative «jugend + musik» zugunsten der vom Parlament vorgeschlagenen Lösung zurück. Im Unterschied zur Volksinitiative «jugend + musik» respektiert der neue Verfassungsartikel die heutige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen im Schulbereich.

» Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Kultur (BAK)

Umsetzung von Art. 67a BV

1. Etappe: Breitenförderung

Jugend und Musik (J+M) ist ein Programm, das der Bund im Rahmen der Umsetzung von Art. 67a der Bundesverfassung ins Leben gerufen hat. Es hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche zur musikalischen Aktivität zu führen und damit ihre Entwicklung und Entfaltung unter pädagogischen, sozialen und kulturellen Gesichtspunkten ganzheitlich zu fördern. Es steht für die Breitenförderung von Kindern und Jugendlichen. Das Programm basiert auf drei Säulen:

  • Unterstützung von Musikkursen für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis zwanzig Jahren;
  • Unterstützung von Musiklagern für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis zwanzig Jahre;
  • Unterstützung der Aus- und Weiterbildung von Leiterinnen und Leitern dieser Kurse und Lager, denn J+M-Angebote dürfen nur von zertifizierten J+M-Leitenden durchgeführt werden.

Aktuelle und ausführliche Infos zum Programm sind auf der Webseites des Bundesamt für Kultur zu finden.

Postulat Nationalrätin Quadranti Nr. 19.3725

Wenn Musik nicht nur Kultur oder Technorama und Verkehrshaus nicht nur Museum sind

Die Präsidentin des Schweizer Musikrats, Nationalrätin Rosmarie Quadranti, hat am 20. Juni 2019 im Nationalrat ein Postulat eingereicht.

Der Bundesrat wird damit gebeten, aufzuzeigen, mit welchen Massnahmen Aufgaben, welche sowohl in der Kultur als auch in der Bildung anzusiedeln sind, gemeinsam durch das Bundesamt für Kultur BAK sowie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI gelöst werden können. Heute ist eine solche Aufgabenteilung zwischen den Ämtern nicht möglich. Da Kultur und Bildung aufs engste verbunden sind, verhindert dieses «Entweder – oder» oft sachgerechte und optimale Lösungen.

Exemplarisch zeigt sich diese Schwierigkeit beim Verfassungsartikels 67a über die musikalische Bildung. Dessen Umsetzung auf Gesetzesebene erfolgt bis jetzt ausschliesslich im Rahmen des Kulturfördergesetzes KFG und damit durch das Bundesamt für Kultur BAK, obwohl es offensichtlich ist, dass hier die Bildung mindestens ebenso stark tangiert ist. Auch anderswo wäre die Aufteilung der Zuständigkeiten in einen Bildungs- sowie einen Kulturbereich sinnvoll, etwa beim Technorama in Winterthur, das sowohl Museum als auch Bildungsstätte ist.

Das Postulat wurde vom Nationalrat in der Herbstsession 2019 angenommen!

» Postulat Nr. 19.3725 (NR Quadranti)

Zum Stand der Musikalischen Bildung in der Schweiz

Fach Musik in der Volksschule: Umfrage bei den Kantonen

Der Verband Schweizer Schulmusik VSSM hat eine Umfrage bei den Kantonen durchgeführt, um in Erfahrung zu bringen, wie es um das Fach Musik in den Volksschulen bestellt ist. Diese Umfrage widmete sich schwerpunktmässig folgenden Themen:

1. Übersicht über den aktuellen Stand der Umsetzung des Lehrplanes 21 in den Kantonen in Bezug auf den Musikunterricht

2. Auswirkungen von Art. 67a der Bundesverfassung (Musikalische Bildung), der in seinem 2. Absatz vorsieht, dass Bund und Kantone sich im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für einen hochwertigen Musikunterricht an Schulen einsetzen

3. Musikausbildung der Primarlehrpersonen in den pädagogischen Hochschulen der Kantone

Die Resultate sind hier abrufbar.

Musikalische Begabtenförderung in der Schweiz

Der Verband Musikschulen Schweiz hat eine Umfrage durchgeführt, um das bestehende System im Bereich der musikalischen Begabtenförderung in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zu erfassen. Der Schlussbericht zeichnet ein Bild der aktuellen Angebotssituation und zeigt wesentliche Einflussfaktoren für die erfolgreiche (Weiter)Entwicklung der musikalischen Begabtenförderung auf.