Entlastungspaket 27 – keine Kurzsicht bei der Kultur
- Schweizer Musikrat
- 10. Nov. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Dez. 2025
Das vom Bundesrat geschnürte «Entlastungspaket 27» sieht weitreichende Sparmassnahmen in allen Politikbereichen vor – auch in Kultur, Bildung und Medien. Für den Musiksektor und die kulturelle Infrastruktur der Schweiz hätte dies gravierende Folgen: Pauschale Kürzungen gefährden Förderprogramme, Projekte und Ausbildungswege, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden. Was kurzfristig nach Haushaltsdisziplin aussieht, hätte langfristig hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgekosten – für Teilhabe, Bildung, Innovationskraft und Zusammenhalt.
Gemeinsam mit der Taskforce Culture, der über 100 Kulturverbände angehören, setzt sich der Schweizer Musikrat dafür ein, dass die Kultur im politischen Entscheidungsprozess nicht isoliert als Kostenfaktor, sondern als öffentliche Daseinsvorsorge verstanden wird. Die Kultur stärkt soziale Kohäsion, Bildungskompetenzen, mentale Gesundheit und die kreative Wirtschaft – sie ist Teil der Lösung, nicht des Problems.
In seiner Stellungnahme fordert der Schweizer Musikrat, dass die geplanten Kürzungen nicht pauschal, sondern differenziert und wirkungsorientiert geprüft werden. Bevor Mittel gekürzt werden, braucht es klare Wirkungsanalysen und eine Priorisierung jener Leistungen, die kulturelle und bildungspolitische Grundlagen sichern – etwa musikalische Bildung, Nachwuchsförderung, Laienkultur und Medienvielfalt.
Unsere Position: Keine vorschnellen Kürzungen. Auf die im Entlastungspaket vorgesehenen und so bezeichneten «Massnahmen im Kulturbereich» ist zu verzichten. Wir fordern eine vorausschauende Finanzpolitik, die Kultur als Investition in gesellschaftliche Stabilität und demokratische Teilhabe begreift. Bund, Kantone und Gemeinden sollen gemeinsam verlässliche Ko-Finanzierungen gewährleisten. Denn Kultur ist kein Luxus – sie ist Teil der Grundversorgung einer lebendigen Demokratie.
