Europäische Integration und Zusammenarbeit
- Schweizer Musikrat
- 23. Nov. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union sind auch für den Musiksektor von zentraler Bedeutung. Seit dem Ausschluss aus den europäischen Kooperationsprogrammen im Kulturbereich – insbesondere Creative Europe – sind Schweizer Musikerinnen, Ensembles, Festivals und Bildungsinstitutionen von wichtigen Fördermitteln, Netzwerken und Austauschformaten abgeschnitten. Die fehlende Assoziierung schwächt nicht nur internationale Projekte, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit der Schweizer Musik im europäischen Kontext.
Auch die Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden bleibt erschwert: Aufwendige Visa-, Zoll- und Bewilligungsverfahren (z. B. Carnet-ATA oder CITES-Bestimmungen) verursachen bürokratische Hürden, Kosten und Planungsunsicherheit – besonders für Tourneen, kurzfristige Auftritte und internationale Kooperationen.
Der Schweizer Musikrat engagiert sich gemeinsam mit der Taskforce Culture für eine vollwertige Teilnahme an den EU-Kulturprogrammen im Rahmen der neuen Bilateralen III. In unserer Stellungnahme zur Vernehmlassung betonen wir:Europa ist mehr als ein Markt – es ist ein gemeinsamer Kultur- und Werte-raum. Eine Assoziierung an Creative Europe stärkt nicht nur Austausch und Förderung, sondern auch Demokratie, Innovation und kulturelle Verständigung.
Unsere Position: Wir fordern eine Assoziierung und gleichwertige Teilnahme an den EU-Kulturprogrammen sowie vereinfachte, digitale Kurzauftritts- und Touring-Verfahren nach dem one-stop-Prinzip. Es braucht pragmatische Regeln für Material- und Instrumententransporte, Rechtssicherheit und Gegenseitigkeit in der Mobilität von Kulturschaffenden.
Nur mit offenen Grenzen für die Kultur bleibt die Schweiz Teil des europäischen Dialogs – und damit einer Gemeinschaft, die durch Vielfalt, Kreativität und Musik zusammenhält.
