Interview in der SMZ mit Stefan Müller-Altermatt: Wenn die Musik verstummt.
- Schweizer Musikrat
- 6. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Diskussion rund um die sogenannte SRG-Halbierungsinitiative nimmt Fahrt auf. Was auf den ersten Blick wie eine rein medienpolitische Frage erscheinen mag, betrifft in Wahrheit das Herz der Schweizer Kultur. In einem ausführlichen Interview in der Schweizer Musikzeitung warnt unser Präsident Stefan Müller-Altermatt vor den weitreichenden Folgen – insbesondere für Musikschaffende, Kulturjournalismus und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die SRG als kulturelle Öffentlichkeit der Schweiz
Die SRG ist weit mehr als ein Medienunternehmen. Sie bietet eine gemeinsame kulturelle Öffentlichkeit, die in einem sprachlich und regional vielfältigen Land unverzichtbar ist.
Stefan Müller-Altermatt bringt es im Interview auf den Punkt:
«Wer die Medienlandschaft um 50 % verkleinert, kappt auch die Sichtbarkeit von Kunst, Musik und Kultur.»
Damit steht nicht weniger als die Frage im Raum, ob die Schweiz eine hörbare, vielfältige Kulturlandschaft bleiben kann – oder ob sie sich in viele kleine Echoräume zurückzieht.
Was auf dem Spiel steht
Die SRG trägt heute massgeblich dazu bei, dass Schweizer Musik überhaupt sichtbar wird:
Konzertaufzeichnungen und Live-Übertragungen
Porträts von Musikerinnen und Musikern
Kritischer Kulturjournalismus
Berichterstattung aus allen Sprachregionen
Wird das Angebot halbiert, verschwinden genau jene Formate, die das Musikleben verbinden, dokumentieren und beleuchten. Gerade junge Talente, Ensembles, Orchester oder innovative Projekte wären davon besonders betroffen.
Warum Selbstvermarktung allein nicht reicht
In der öffentlichen Debatte taucht immer wieder das Argument auf, die Musikszene müsse sich stärker selbst vermarkten. Doch professionelle Musik braucht Resonanzräume – Plattformen, die Einordnung und Sichtbarkeit schaffen.Ein Konzert, das nicht übertragen wird, bleibt lokal. Ein Werk, über das niemand berichtet, bleibt unsichtbar. Und eine Kulturszene ohne mediale Präsenz verliert an Strahlkraft.
Eine Abstimmung, die uns alle betrifft
Es geht nicht nur um die Anliegen von Journalist:innen oder Musiker:innen. Es geht um uns alle.Um eine demokratische Öffentlichkeit, die Zugang zu Kultur für alle ermöglicht – unabhängig von Einkommen, Wohnort oder sozialer Herkunft.
Die Halbierungsinitiative ist daher nicht nur eine medienpolitische Vorlage.Sie ist eine kulturpolitische Richtungsentscheidung.
Weiterführende Lektüre
Das vollständige Interview mit Stefan Müller-Altermatt bietet eine kompakte und eindringliche Analyse der Situation:
Fazit
Was jetzt auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als die Frage, wie hörbar und sichtbar die Schweizer Kultur künftig sein wird.Der Schweizer Musikrat setzt sich deshalb klar gegen die SRG-Halbierungsinitiative ein – im Interesse einer lebendigen, vielfältigen und demokratischen Kulturlandschaft.
