Wachstum im Markt – Sichtbarkeit im Fokus
- vor 5 Tagen
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Der Schweizer Musikmarkt wächst weiter: 2025 erreichte er laut ifpi Schweiz ein Volumen von rund CHF 259 Mio., ein Plus von 4 %. Getrieben wird dieses Wachstum fast vollständig durch das Streaming, das inzwischen 92 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Gleichzeitig zeigt sich: Der physische Markt stabilisiert sich auf tiefem Niveau, mit einem erfreulichen Comeback von Vinyl, während die CD weiter an Bedeutung verliert.

Auf den ersten Blick ist das eine Erfolgsgeschichte. Die Musikindustrie hat sich nach der digitalen Disruption der 2010er-Jahre neu erfunden, neue Einnahmequellen erschlossen und wächst wieder. Gleichzeitig zeigt sich: Wachstum allein garantiert noch keine ausreichende Sichtbarkeit – und wirft auch Fragen nach fairen Rahmenbedingungen auf.
Denn die entscheidende Frage lautet: Wer profitiert von diesem Wachstum?
Die Charts zeigen eine stark international geprägte Musiklandschaft. Schweizer Künstlerinnen und Künstler behaupten sich zwar punktuell – insbesondere im Albumbereich und im Mundartsegment –, doch im digitalen Alltag, in Playlists und Algorithmen bleiben sie oft weniger präsent.
Für den Schweizer Musikrat ist deshalb klar:
Ein funktionierender Markt allein genügt nicht. Es braucht mediale Bühnen, die Schweizer Musik sichtbar machen – auf Streaming-Plattformen genauso wie im Radio, in der Berichterstattung und im öffentlichen Diskurs.
Gleichzeitig gewinnen neue Entwicklungen an Bedeutung:
Die Lizenzierung von Musik für KI-Anwendungen eröffnet Chancen, stellt aber auch neue Anforderungen an Transparenz, Rechteklärung und Vergütung. Gerade hier ist entscheidend, dass faire Bedingungen geschaffen werden, damit Wertschöpfung nicht an den Musikschaffenden vorbeigeht.
Unsere Schlussfolgerung:
Der Markt wächst – jetzt muss auch die Sichtbarkeit wachsen.Was es braucht, ist ein Zusammenspiel aus starken Plattformen, klaren Regeln und aktiver Kulturpolitik, damit Schweizer Musik nicht nur produziert, sondern auch gehört wird.
